Gefährliche Liebesfalle:

Die perfide Methode der "Loverboys" - so können Mädchen geschützt werden!

Region (dpa/dk) – Mädchen sind in der Pubertät besonders empfänglich für die Aufmerksamkeiten vermeintlicher Liebhaber. Doch die sogenannten „Loverboys“ haben alles andere im Sinn als große Gefühle. Ihr Ziel: Die jungen Frauen so abhängig zu machen, dass sie für sie arbeiten.

Die perfide Methode der „Loverboys“

„Loverboys“ nutzen emotionale Abhängigkeit und Täuschung, um Mädchen in die Prostitution zu drängen. Gesa Birkmann von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes erklärt: „Die Loverboys täuschen eine Liebesbeziehung vor und schaffen so ein Abhängigkeitsverhältnis. Diese Abhängigkeit nutzen sie aus, um das Mädchen sexuell und finanziell auszubeuten.“ Die jungen Männer zwischen 18 und 30 Jahren kontaktieren ihre Opfer meist über soziale Medien oder Dating-Apps, manchmal aber auch persönlich. Die Masche endet für die Mädchen meist in der Zwangsprostiution.

Gefahr und Prävention in Schulen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born fordert  mehr Schutz durch Aufklärung an Schulen: „Die Loverboy-Gefahr ist auch deshalb so groß, weil sie schlichtweg ignoriert wird“, betont Born. „Man kann als Klassenkamerad und Lehrer wichtige Symptome für das Abgleiten der Mädchen in die Abhängigkeit von einem Mann erkennen, wenn man um deren Strategie weiß“, erklärt Birkmann. Auch das Kultusministerium sieht in Fächern wie Ethik Anknüpfungspunkte für die Thematik.

Täterstrategien und Anzeichen

Die „Loverboys“ isolieren ihre Opfer von Familie und Freunden, um ihre Kontrolle zu verstärken. „Die Betroffenen werden oft von einem Mann zur Schule gebracht und abgeholt, tragen plötzlich teuren Schmuck und Make-up und verbringen viel Zeit am Handy“, so Birkmann. Wichtig sei, dass Lehrer, Eltern und Mitschüler auf solche Veränderungen achten und die Betroffenen ansprechen, ohne ihnen Vorwürfe zu machen.

Hohe Dunkelziffer und steigende Fallzahlen

Laut Bundeskriminalamt gab es im Jahr 2022 insgesamt 171 Verfahren mit minderjährigen Opfern wegen kommerzieller sexueller Ausbeutung. „Die aktuellen Zahlen vom Bundeskriminalamt lauten für das Jahr 2022, dass 476 Opfer ermittelt wurden, das ist ein Anstieg von über 10 % zum Vorjahr“, berichtet Birkmann. Die Dunkelziffer sei jedoch enorm hoch, da Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung ein Kontrolldelikt ist und viele Fälle nicht gemeldet werden.

Beratungsangebote und Unterstützung

Es gibt zahlreiche Beratungsstellen für Betroffene, die sich anonym Hilfe suchen können. Terre des Femmes bietet Webinare und Schulungen an, um Lehrer und Schüler aufzuklären. „Wir fordern ein Sexkaufverbot, das die Prostituierten entkriminalisiert und Zuhälter sowie Freier bestraft“, so Birkmann. Dies sei notwendig, um die Nachfrage zu reduzieren und die Gewalt in der Prostitution zu beenden.

Die Aufklärung über die „Loverboy“-Methode ist essenziell, um junge Mädchen und Frauen vor dieser perfiden Masche zu schützen. Nur durch Prävention und Wissen können potenzielle Opfer rechtzeitig gewarnt und geschützt werden.

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