Karlsruhe (mt) – Jeden Sonntag trifft Martin Wacker in seiner Show Promis aus der Region. Diesmal war die Karlsruher Designerin Imme Vogel zu Gast. Imme arbeitet als Innenarchitektin in Karlsruhe und hat neben ihrem Job auch noch andere Design-Projekte am Laufen. Gerade ihre Handtaschen Kollektion „von Rauten“ ist ein Erfolgskonzept. Zwar ist das Label in Deutschland recht unbekannt, dafür aber ein Hit in den USA.
„Es ist nicht so, dass ich hier in Deutschland nichts verkaufe. Ich habe auch den einen oder anderen Händler, der bei mir bestellt. Aber den meisten Erfolg hatte ich tatsächlich in den Staaten“, erzählt Imme im Gespräch mit der neuen welle. Trotzdem bleibt die Designerin ihrer Heimat treu: „Ich stehe zu Karlsruhe. Ich bin hier geboren. Ich bin hier aufgewachsen. Mein Sohn ist hier geboren: Ich bin hier tief verwurzelt und ich habe gar nicht vor, in irgendeine größere Stadt zu gehen. Ich denke, wenn man das macht, was einem Spaß macht und dann kann man überall Erfolg haben.“ An Arbeit mangelt es Imme auch nicht. Mit ihren beiden Standbeinen hat sie alle Hände voll zu tun. Dabei braucht sie vor allem eins: Zeit. „Du kannst Kreativität nicht anknipsen.“
Nach Corona folgt mit dem Krieg in der Ukraine die nächste Krise. Dadurch wird aber auch alles wesentlich teurer. Für Imme ist das aber kein großes Problem. „Die Bauherren sind bereit, mehr auszugeben, weil sie wissen, es ist die aktuelle Lage. Das ist so, wie wenn man einen Supermarkt geht und auch zufrieden ist mit einer Butter, auch wenn die wesentlich mehr kostet. Man braucht sie ja. Und so ist es halt auch, wenn man ein Haus baut“, erklärt die Designerin. Während der Corona-Pandemie waren die Leute am Anfang etwas zurückhaltender. In der Zeit sind auch viele Messen ausgefallen. Seit letztem Herbst ist aber auch in der Baubranche alles wieder angelaufen. „Ich kann jetzt einen sehr positiven Trend verzeichnen“, so die Innenarchitektin.
Ein Kassenschlager der Designerin ist vor allem ihre Handtaschenkollektion. Hinter dem Erfolgskonzept steht keine lange Zeit des Tüftelns. Die Inspiration dazu ist Imme durch einen Zufall gekommen. „Ich habe ein Geschäftshaus in Mannheim geplant. Da gab es eine Büroetage. Die hatte eine runde Wand, sehr prägnant. Also eine Leinwand zur Rezeption oder zum Empfang. Und ich wollte so eine 3-D-Textur auf die Wand bringen“, erzählt Imme. „Ich wollte Leder an die Wand bringen und habe angefangen mit einer Papierfaltung, welche Struktur sich bei der Rundung anbietet und bin dann tatsächlich bei dieser Ananasfaltung gelandet“, so die Designerin. „Dann habe ich diesen Zylinder vor mir liegen gehabt und denke mir so: ‚Ach, es wäre auch echt eine coole Handtasche.‘ So hat eigentlich alles angefangen.“
Imme hat sich inzwischen auf ihrem Gebiet fest etabliert. Ihren guten Namen und ihr Können benutzt sie für einen guten Zweck und zwar nicht ausschließlich für Regionalität oder Nachhaltigkeit, sondern auch für den Artenschutz. So ist die Idee von ‚Dead Ape‘ entstanden. „Ich war früher wie jedes andere kleine Kind auch oft Zoo. Ich habe immer vorm Affengehege geheult. Das ist jetzt nicht so, weil die Affen so schlecht behandelt werden. Bei uns im Zoo schon mal gar nicht. Es geht eher um Zoos zum Beispiel in Asien, wo es die Zustände wirklich übel sind, wie die Tiere gehalten werden. Es hat mich einfach berührt, dass so ein Tier hinter einer Scheibe sitzt und mich anguckt, wie wenn es ein Mensch wäre und so richtig emotional da was rüberkommt“, erzählt die Karlsruherin. Besonderer Fokus ihrer Arbeit ist der Schutz der Orang-Utans. „Ich mags, dass es Einzelgänger sind und nicht in so einer Gruppe leben wie zum Beispiel Schimpansen. Und es ist halt mit eine der Rassen, die am stärksten betroffen sind, also die wirklich vom Aussterben bedroht sind.“ Das Video mit dem ganzen Interview gibt es hier.