Karlsruhe (dk/tk) – Die Kassen der Stadt Karlsruhe sind leer – jetzt sollen sie durch die Übernachtungsgäste gefüllt werden. Der Gemeinderat hat am Dienstag einer Einführung der sogenannten City Tax zugestimmt.
Die geplante Übernachtungssteuer soll ab dem 1. Juli 2025 gelten und eine pauschale Abgabe pro Gast und Nacht erheben. Bis Ende 2025 sind 3,50 Euro vorgesehen, ab 2026 steigt die Abgabe auf 4,00 Euro und ab 2028 auf 4,50 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Personen, die in sozialen Einrichtungen untergebracht sind, bleiben von der Steuer befreit.
„Seit Sommer 2023 stehen wir in engem Austausch mit der Wirtschaft. Ich freue mich, dass wir nach vielen konstruktiven Gesprächen einen tragfähigen Vorschlag präsentieren können, der die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt“, erklärt Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.
Die Einnahmen aus der City Tax sind zwar nicht zweckgebunden, doch ein Beirat soll Empfehlungen für deren Verwendung erarbeiten. Im Fokus steht die Sicherung und Weiterentwicklung touristischer Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Stadt. Neben der Stadtverwaltung sollen DEHOGA, IHK Karlsruhe, die Karlsruhe Tourismus GmbH (KTG) und die Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) Teil dieses Gremiums sein.
Für Patrick Seiffert vom DEHOGA Baden-Württemberg ist es entscheidend, dass die zusätzlichen Einnahmen dem Tourismusstandort zugutekommen: „Nach intensiven Verhandlungen haben wir uns mit der Stadtverwaltung auf eine bürokratiearme und planbare Lösung verständigt. Die City Tax ermöglicht notwendige Investitionen, ohne unsere Mitgliedsbetriebe zusätzlich zu belasten.“
Dass die City Tax zu einem Rückgang der Gästezahlen führen könnte, befürchten die Touristik-Experten nicht. „Mit rund 1.309.400 Übernachtungen war 2024 das erfolgreichste Tourismusjahr aller Zeiten“, betont KTG-Geschäftsführer Pascal Rastetter. Die Nachfrage nach Karlsruhe als Reiseziel sei weiterhin hoch.
Als erste konkrete Kooperation zwischen Stadtverwaltung, DEHOGA und IHK Karlsruhe soll noch 2025 ein digitales Hotelstelen-Projekt umgesetzt werden. Diese Infostelen sollen Gäste in Hotels mit aktuellen touristischen Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Gastronomieangeboten versorgen.